Masse wird Klasse

Veröffentlicht am 28.02.2021 in Pressemitteilungen

 

Foto: KWiN  (Personen vlnr: Jürgen Mellinger, Dr. Mathias Ginter, Dr. Frank Mentrup, Herbert Kilian, Dr. Achim Brötel, Dr. Dorothee Schlegel, Heide Lochmann , Roland Burger und Christian Gramlich)

 

Gegenbesuch von Oberbürgermeister Dr. Mentrup bei der AWN

 Auf Einladung der Landtagskandidatin und AWN-Aufsichtsrätin Dr. Dorothee Schlegel besuchte der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup die AWN, um die Herstellung von Terra Preta, der Wundererde aus dem Amazonas, in der PYREG-Anlage in Buchen kennenzulernen.

 

Vorausgegangen war die Teilnahme von AWN-Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter als Referent beim letztjährigen Karlsruher Symposium zum Thema Bioalchemie - unsere Zukunft?, das Dr. Schlegel als Geschäftsführerin des Karlsruher Forums für Kultur, Recht und Technik organisiert hatte. Im Themenspektrum unter der Fragestellung „Wo finden sich neue Materialien für eine „vernutzte“ Welt stellte Dr. Ginter in seinem Vortrag „Masse wird Klasse, Hochwertige Produkte aus Biomasse-Stoffströmen“ die Herstellung von Nährhumus und Terra Preta vor. Beides ist Vollwertnahrung für Pflanzen, die keine zusätzliche Düngung benötigen, den Boden lockern und als perfekte Wasserspeicher dienen. Als Vorsitzender des Karlsruher Forums machte sich Dr. Mentrup nun ein Bild davon, wie aus dem Grünschnitt, den der ländliche Raum in Massen vorzuweisen hat und die bisher weitgehend ungenutzt oder unter Wert genutzt wurden, Wertstoffe hergestellt werden können.

In einem Kurzvortrag, in Anwesenheit von Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Roland Burger, den AWN-Aufsichtsratsmitgliedern Heide Lochmann, Jürgen Mellinger und Herbert Kilian, wurden die vielfältigen Chancen u.a. von Terra Preta dargestellt. Besonders wegweisend war der Hinweis auf erste Anwendungen für Bäume im Straßenraum, die mithilfe dieser Nährstoffe der Hitze besser standhalten können, ohne den Wasserverbrauch steigern zu müssen. Diese Anregung nahm das Karlsruher Stadtoberhaupt sehr interessiert auf, als innovative Lösung, um im städtischen Raum neue umweltfreundliche Wege gehen zu können und gleichzeitig damit auch Klimaschutz zu betreiben.

Bei der anschließenden Besichtigung der Anlage erläuterte Christian Gramlich das sorgsame Herstellungsverfahren von Terra Preta. Dieser Prozess läuft, nachdem er in Gang gesetzt wurde, von alleine und gibt sogar noch Wärme ab. Der Gast aus Karlsruhe war von der Größe des Biomassezentrums in der weitläufigen Halle beeindruckt, die die AWN dafür nutzt, um Biomasse in Pflanzenkohle umzuwandeln. Zu sehen war auch die Sortierung der Stoffe, die auf den Grüngutplätzen im Landkreis gesammelt werden. Denn nur aus qualitativ hochwertigen Grundmaterialien kann „Klasse“ entstehen.

Dr. Ginter stellte das wenige Tage zuvor ausgelieferte Sammelfahrzeug für Grüngut vor, eine sonderangefertigte Zugmaschine mit Ladekran und Containeraufbau für Grüngut und einem Anhänger, der ebenfalls einen Container fassen kann. „Damit können unsere Grüngutplätze zielgerichteter angefahren werden. Denn zum Geheimnis der Wundererde gehört auch, dass das Grüngut nur kurz abgelagert wird, bevor es weiterverarbeitet wird“.

„Es gehört viel Mut und Pioniergeist dazu, auf ein solches Projekt zu setzen. Daher war es genau der richtige Zeitpunkt, dieses innovative Verfahren einem breiteren Publikum vorzustellen,“ so Dr. Mentrup. „Wir müssen gemeinsam ins Biomassezeitalter reisen“, bemerkte Dr. Schlegel, die das AWN-Projekt von Anfang an unterstützt. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Produkte aus der Region auch für die Region zu nutzen“, so Dr. Ginter. Noch besteht eine kleine Hürde, bevor der Verkauf von Terra Preta in dieser Form innerhalb der EU bald möglich sein wird. Erste Versuche in heimischen Gärten zeigen Erfolge. Daher nahm Dr. Mentrup neben Anregungen für seine Stadt gerne ein Säckchen dieser Wundererde für den eigenen Garten mit nach Karlsruhe.